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| Bereits in der Wahl seines Künstlernamens - Es handelt sich nicht, wie man annehmen könnte, um ein Pseudonym, sondern um den Namen seines Grossvaters - gibt Philippe Weber etwas von seinen persischen Wurzeln zu erkennen, die sich auf die persönliche Formulierung von Farbe und Form auswirken. „Die unzähligen Abstufungen und Variationen der Farbwerte", schreibt Daniel Kurjakovic, „stehen in jüngerer Zeit vor allem einer, durchaus dominanten Form gegenüber: dem fragmentierten Kreis oder einer Art Mandala (das mehr erahnbar als erkennbar ist) [...]. Die Beharrlichkeit, mit der sie auftauchen, die relative Unveränderlichkeit, von der sie immer wieder Zeugnis ablegen, zeigen, dass sie stellvertretend für eine gewisse symbolische Bedeutung stehen. Der Blick auf zwei Kulturkreise, der dieses Werk einleitet, überwindet den Gegensatz einer islamisch-ornamentalen und einer westlich-konstruktiven Sprache und bleibt dennoch innerhalb der konstruktiven Kunst eine im besten Sinne fremdartige Erscheinung. Auf der einen Seite übernimmt Jahanguir ein vergleichsweise strenges konstruktives Programm. Jahanguir benützt eine einfache, im Prinzip gleichbleibende, aber beliebig erweiterbare geometrisch-mathematische Matrix, auf der er die Bildformen mittels Zirkel skizziert und elaboriert, bevor er sie in einem zweiten Arbeitsschritt auf das Originalformat überträgt und dort Fragen des Kolorismus verfolgt. Auf der anderen Seite umfasst dieses Programm gleichzeitig eine zeichenhafte kosmologische Bedeutung, die in den kurvigen Lineaturen, die sich über den Bildrand ausdehnen, das ornamental-mäandrische Moment östlicher Kultur aufnimmt. „Diese Denkweise veranschaulichen Jahanguirs Bilder, insofern sie Teile, Fragmente, Ausschnitte sind. Die Kanten der Bilder gleichen [...] den Simsen einer Öffnung auf eine andere ontologische Ebene, in eine andere Welt'' Kalkül und Einfühlung, die konkrete Farb-Formformulierung und die sinnbildliche Überhöhung gehen in diesem Werk eine widerspruchsfreie Verbindung ein: Das Zusammenspiel zweier Kulturkreise trifft sich im Zentrum einer von beiderlei Harmoniesehnsucht getragenen, vom Osten und Westen beeinflussten ästhetischen Vereinbarung.
Elisabeth Grossmann, Haus für konstruktive und konkrete Kunst, Zürich (Katalogtext anlässlich der Ausstellung Regel und Abweichung: Schweiz konstruktive 1960-1997) Die Ausstellung dauert bis 30. Januar 2001. Galerie Jamileh Weber, Waldmannstrasse 6, 8001 Zürich, Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag von 11 bis 18 Uhr, Samstag von 10 bis 16 Uhr und auf Vereinbarung. Für weitere Informationen und Bildmaterial kontaktieren Sie bitte die Galerie: Telefon: +41-1-252 10 66 Telefax: +41-1-252 11 32 info@jamilehweber.ch www.jamilehweber.com |