Der Einfluss ist offensichtlich und auch beabsichtigt: Lange Zeit arbeitete der Künstler Darryl Pottorf im Banne Robert Rauschenbergs, des grossen Wegbereiters der amerikanischen Pop-Art. Als langjähriger Assistent und wichtigster Mitarbeiter war er massgeblich an epochalen Projekten wie beispielsweise "ROCI" (Rauschenberg Overseas Culture Interchange, 1984-91) beteiligt oder aber brachte sich als eigenständiger Künstler und gleichwertiger Partner in die Zusammenarbeit "Quattro Mani" (1995-96) ein.

Mit dem Segen des Meisters und geradezu konzeptionell führt Pottorf die von Rauschenberg in den späten Fünfziger und Sechziger Jahren erfundene Bildsprache fort. Wie Rauschenberg bedient er sich aus einem reichen Fundus von Fotografien, die er auf seinen ausgedehnten Reisen sammelt.

Und doch unterscheiden sich die beiden Künstler in ihren Resultaten: Robert Rauschenberg erzählt Bildergeschichten, setzt klar ein Bild neben das andere. Darryl Pottorf hingegen überlagert oft seine Fotografien und erzeugt so Bereiche in seinen Arbeiten von einer fast abstrakten, malerischen Qualität.

Diese Vorgehensweise macht innerhalb des Werkes Darryl Pottorfs Sinn, wenn man sich an seine früheren, ausschliesslich in schwarz-weiss gehaltenen Lexan-Arbeiten erinnert: Mittels mehrerer hintereinander gestaffelten, transparenten Bildträgern erzeugte er in diesen Werken eine ebensolche visuelle Abstraktion und eigentümliche Tiefe. Eine Auswahl dieser Lexan Arbeiten sind in der Ausstellung zu sehen und veranschaulichen die künstlerische Entwicklung der vergangenen 10 Jahre.

Robert Rauschenberg beschreibt den Bildaufbau Darryl Pottorfs treffend "an archaeological dig that seems to be uncovered within the surface", übersetzt etwa: Eine Archäologische Ausgrabung, die in der Oberfläche zum Vorschein tritt.

Ausgangspunkt innerhalb der Bildkompositionen sind meist architektonischen Fragmente, ein direkter Hinweis auf Darryl Pottorfs zweiten Berufung: Der Architektur. Hat er doch u.a. sein eigenes wie auch das Atelierhaus von Robert Rauschenberg entworfen.

Darryl Pottor geboren 1952 in Cincinnati, Ohio. Er lebt und arbeitet in Captiva, Florida.

Die Ausstellung dauert vom 20. April bis 10. Mai 2007. Galerie Jamileh Weber, Waldmannstrasse 6, 8001 Zürich, Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag von 11 bis 18 Uhr, Samstag von 10 bis 16 Uhr und auf Vereinbarung.

Für weitere Informationen und Bildmaterial kontaktieren Sie bitte die Galerie,
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