In ihrer aktuellen Ausstellung Preview for upcoming exhibitions präsentiert die Galerie Jamileh Weber vorausblickend auf bevorstehende Ausstellungen jeweils ein bis zwei Meisterwerke von Frank Stella, Jahanguir, Nicola de Maria, Sean Scully, Liliane Tomasko, Darryl Pottorf, Robert Rauschenberg, Roy Lichtenstein, Hanspeter Hofmann, Rebecca Horn, Georg Baselitz und Joel Shapiro.

Jahanguir formuliert, ausgehend von der Tradition der konstruktiven Kunst eine eigene, orientalisch-ornamental und abendländisch-konstruktiv beeinflusste Bild- und Formensprache. Die Struktur seiner Bilder entsteht aus dem Zusammenspiel eines geometrischen Netzwerkes (Matrix) und der freien, sich spielerisch entwickelnden individuellen Formendynamik des Künstlers. Die Arbeiten Jahanguirs veranschaulichen die Auseinandersetzung von Figur und Grund / Raum und setzen sich dabei mit den Begriffen Freiheit und (Ein)gebundenheit, Leere und Form auseinander.

Bemerkenswert bei den neusten farbigen Werken ist die Art und Weise des Malens, ohne Abdeckungen der Begrenzungslinien folgen bis vierzig Schichten. So gelingt es Jahanguir, den Flächen mit ihren leisen farbigen Schatten die dritte Dimension einzuhauchen.

Ebenfalls zu sehen sind mit Pachyderm Psalm 1988, ein Werk aus Robert Rauschenberg’s Urban Bourban Serie und mit Port Holes, 1989, ein Werk des Künstlers auf Kupfer (Copperhead). Zu Ehren von Robert Rauschenberg wird die Galerie Jamileh Weber vom 15. Mai 2009 an Meisterwerke des Künstlers in der Ausstellung A tribute for Robert Rauschenberg zeigen. Im Vordergrund des seit den frühen 1990er Jahren von Hanspeter Hofmann entwickelten Werkkomplexes steht das generative Moment der immer wiederkehrenden Schlaufen und Formen, die als copy-and-paste-Elemente, variierend in Ausschnitt, Grösse und Farbe die künstlich erzeugte Bildwelt Hofmanns entwickeln und fortsetzen. Die analytische Vorgehensweise, die Auswahl und Variation der bildnerischen Elemente, unterstreicht den Vorrang der Technik vor der künstlerischen Idee. Hofmann macht immer neu die Aktualität von Entwicklung sichtbar, die in seinem unerschöpflichen Potential von Reproduktion und Kombinatorik gründet.

Aktuelle Arbeiten bringen das Konzept der Bildgenese aus dem bestehenden Formen- und Farbkatalog des Künstlers konsequent auch durch Wiederholung und Verbindung seiner unterschiedlichen künstlerischen Techniken zum Ausdruck. Während Hofmanns wiederkehrende malerische Schleifenkompositionen luftige Bewegungen über die Bildränder hinaus in den Raum tragen, umfliessen und verbinden sie auf die Leinwand applizierte druckgrafische Elemente. Darryl Pottorf hat seit mehr als 30 Jahren ein vielschichtiges, sichtbar anspruchvolles Werk entwickelt, in dem er historische, architektonische und kulturelle Bilder in wundervolle, manchmal unerwartet verwirrende Kompositionen verbindet. Pottorf arbeitet mittels Fototransfer-technik. Seine Bilder entstehen durch Überlagerung der von ihm auf vielen Reisen aufgenommenen Fotos sowie kräftigen Pinselstrichen und feinen Linien. Manchmal verwendet der Künstler zusätzlich Elemente, die die flache Bildoberfläche in eine dreidimensionale Struktur aufbrechen. Darryl Pottorfs Bilder bieten die Zartheit eines Aquarells und sind dabei von der Tiefe eines Ölbildes sowie von reliefhafter Plastizität gekennzeichnet.

Liliane Tomasko’s Malerei ist sinnlich und still und entfaltet Raum und tiefe Betrachtung. Ihre Sujets sind ‚skulpturhaft’, im Inneren geprägt vom Interesse der Künstlerin am Raum zwischen den Dingen.

Liliane Tomasko’s Malerei zelebriert das Detail ohne es von einem Rahmen zu umgeben. Dies macht den nahen Bezug Ihrer Arbeit zur Abstraktion aus.

Die Künstlerin malt mit einem langsamen, sorgfältigen, sehr präzisen dabei sinnlichen Pinselstrich, still den Geweben folgend Bilder von einem vieldeutig verschwommenem, dämmrigen aber auch sanftem, warmen Licht.

Es ist nicht das Sujet, beispielsweise der Wäschestapel oder das Fragment eines Fensters, das Liliane Tomasko malt, sondern die Handlung des sich diesem Sujet vollständigen Zuwendens, der kontemplativen Betrachtung, in welcher Objekt und Bild hervortreten und entstehen. Die horizontalen und vertikalen Streifen/Blöcke sind sofort sichtbare Signatur der Malerei von Sean Scully.

In unzähligen Farbschichten erreicht Scully in seiner Malerei eine absolut singuläre Farbgebung. Der Pinselstrich ist stark und wird zum Innern der Farbe selbst. Das Licht, dass durch die schmalen Zwischenräume von weit her sickert, scheint wie eine Verdichtung der unendlich vielen Momente durch die das Bild Eintritt in die Welt erlangt.

In der aktuellen Ausstellung sind Fotografien des Künstlers aus seinem grossartigen fotografischen Werk The Color of Time zu sehen.

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