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Die Galerie Jamileh Weber freut sich, aus Anlass der ersten, ausschliesslich den Fotografien von Sean Scully gewidmeten Publikation, eine umfassenden Ausstellung zu dieser weitestgehend noch unbekannten Sparte innerhalb des Werkes des Künstlers zu präsentieren.
Von den frühen, figurativen Anfängen zu den Minimalistischen Bildern für die er zunächst bekannt wurde, hat sich Sean Scully über Jahrzehnte konsequent und kompromisslos einem radikalen bildnerischen System verschrieben. Seit mehr als dreissig Jahren malt der Künstler, der inzwischen weltweite Reputation erlangt hat, ausschliesslich Streifen. Mit einem einfachen Formenvokabular, das sowohl auf zeitgenössische Architekturelemente wie Fenster, Portale oder Fassaden als auch auf jahrhundertealte Mauerstrukturen anspielt, gelingt es ihm, ein erstaunliches Spektrum an Emotionen zu vermitteln. Den Fotografien kommt insofern eine besondere Bedeutung innerhalb des Werkes zu als sie gleichsam eine Brücke zwischen den abstrakten Kompositionen und jener Lebenswelt bilden, die Scully in seinem malerischen und graphischen Oeuvre neben etlichen anderen Aspekten reflektiert, wobei es nicht auf formale Korrespondenzen ankommt, sondern auf strukturelle. Er lenkt bewusst den Blick auf eine der Quellen seiner Malerei, legt sozusagen visuelle Fährten, die im Betrachter auch das eigene Erinnern stimulieren sollen. Die Ausstellung wie auch das Buch The Color of Time umfasst 25 Jahre, beginnt 1978 mit 10 anonymen Türen in Siena und endet mit neuen Bilder aus den Favelas Brasiliens. Sean Scullys nomadische Wanderungen auf der Suche nach Fassaden und Oberflächen, den Farben und Formen die zu ihm sprechen als Spuren von Menschenhand und vergangenen Zeiten führten Ihn in de Dominikanische Republik, nach England, Irland, die Schottischen Inseln, Deutschland, Mexiko, Spanien und die Vereinigten Staaten. Das Buch The Color of Time: The Photographs of Sean Scully wurde editiert von Garet White, mit Textbeiträgen von Arthur C. Danto und Mia Fineman und einem Interview von Edward Lucie Smith. Die Essays von Arthur C. Danto und Mia Fineman untersuchen die komplexe Beziehung zwischen Abstraktion, Figuration, Natur und der gebauten Umwelt innerhalb des Werkes von Sean Scully. Danto beschreibt dabei die Wichtigkeit und das Nebeneinander von Fotografie und Malerei in Scullys Werk indem er die Bilder mit spirituellen Behausungen - offen und schützend zugleich - vergleicht. Nachdem Scully sein malerisches Credo in den Achtzigerjahren gefunden hat, zeugen die Motive seiner Fotografien von verwandten Strukturen, der Lebenswelt, wie sie der Philosoph Husserl formuliert: Die Welt des alltäglichen und der Gemeinplätze, wo die Erfahrungen beginnen. Sean Scully wurde 1945 in Dublin, Irland geboren. 1949 übersiedelte die Familie in eine Arbeitergegend in South London. Nach einer Lehre als Drucker und Grafiker wendet er sich der Malerei zu. Ausbildung am Croyden Colege of Art, London; Newcastle University, Newcastle-upon-Tyne und an der Harvard University. Ausstellungstätigkeit seit 1969. Seine Werke befinden sich in zahlreichen wichtigen Privatsammlungen und Museen, u.a. Museum of Modern Art, New York, Tate Gallery, London und Kunsthaus Zürich. Sean Scully lebt und arbeitet in New York, Barcelona und München wo er seit 2002 eine Professur an der Akademie der Bildenden Künste innehat. Die Ausstellung dauert vom 11. Oktober bis 22. November 2003. Galerie Jamileh Weber, Waldmannstrasse 6, 8001 Zürich, Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag von 11 bis 18 Uhr, Samstag von 10 bis 16 Uhr und auf Vereinbarung. The Color of Time: The Photographs of Sean Scully, editiert von Garret White, mit Texten in Englisch von Mia Fineman, Arthur C. Danto und einem Interview mit Sean Scully von Edward Lucie-Smith, Buchdesign von Sean Scully, Gerhard Steidl und Claas Möller, 208 Seiten mit 183 Farbtafeln, Leinen gebunden mit Schutzumschlag Format 33.3 x 23 cm, Sfr 107.00 / Euro 65.00 / US$ 75.00 (ISBN 3-88243-961-0) Für weitere Informationen und Bildmaterial kontaktieren Sie bitte die Galerie, Telefon: +41-1-252 10 66, Telefax: +41-1-252 11 32, info@jamilehweber.ch, www.jamilehweber.com |